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Aus "Meer", Kurzgeschichte

Meer 

(...)

Wenn er kam, hatte sie frei. Bluse und Rock hingen an der Garderobe. Zum Essen gehen hatte sie keine Lust, nicht schon wieder raus, sagte sie. Im Kühlschrank waren immer noch Reste aus dem Lokal, die sie vorher eingekauft hatte. Ein halber Hummer, ein Töpfchen Suppe, er fand es schön. Sie erzählte von der Kollegin mit ihren Beziehungskatastrophen. Er konnte nicht verstehen, wie sich manche Frauen freiwillig so unglücklich machen und sie verstand es auch nicht. Er nahm sie lächelnd in die Arme und sagte „Ach Du“ und sie drückte ihre Nase in seinen Hals und blieb eng bei ihm. Sie ließen die Reste in der Küche stehen und gingen ins Bett, der Wein stand schon auf dem Nachttisch.

Er lobte sie, wie sie das alles schaffen würde. „Ach Du“, sagte sie und umarmte ihn. Wenn der Abend mal wieder lang war, sie in der Küche saß und alles glänzte und die Zeit kein Jetzt war, sondern alleine sehr lang, dann dachte sie schon, wie es wäre, wenn das Leben nicht aus Geschichten bestünde, sondern selbst eine wäre. Jetzt waren noch Fünftausend übrig. Bei Zweitausend hätte sie es nicht gemacht, aber bei Fünftausend konnte sie es verschmerzen.

(...)