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Aus "Paradise to go"

Paradise to go

(...)

„Hey“, sagt er, „Du bist gefährlich.“ – „Das weiß ich“, sage ich und weiß doch gar nichts.

Er hält sich den Rippenbogen, den er sich beim Crash mit dem Stuhl angestoßen hat und ich lächle und beiße nochmal ab, bevor ich ihm den Apfel zurückgebe. Er zieht den Stuhl neben mir nach hinten, wischt einige Blätter mit den Füßen beiseite und schiebt sich an den Tisch, den Apfel in der Hand. Unsere Finger berühren sich, als ich ihn erneut nehme. Es ist nur ein kleiner Apfel und ich nage das Fleisch um das Zentrum ab, bis ich die Kerne sehe. 

Er greift trotzdem nochmal nach dem Apfelrest und mit der Kuppe seines Zeigefingers löst er die kleinen Samen aus dem Gehäuse, gibt mir drei davon und wickelt drei weitere in eine Papierserviette, die er sich in seine Hosentasche schiebt. Sein Körper streckt sich dabei und ich sehe einen Streifen nackter, dunkler Bauchhaut.

Zwischen den Falten meiner Hand liegen klebrig die Apfelkerne. Einer ist angebissen, ich kann nicht sagen, ob von ihm oder von mir, aber ich weiß, dass der Kern leichter keimt, wenn die Schale ein wenig geöffnet ist.

 

„Komm“ sage ich, „ich weiß, wo wir sie pflanzen können.“ Er lacht und wir sammeln die Blätter wieder zu einem Skript zusammen. Und während alle da sitzen und sich den Kaffee nachfüllen lassen und noch mehr süßen Kuchen essen, öffnet sich für uns die Tür nach draußen.